Remscheider Generalanzeiger - Das war ein Fest für die Ohren
Artikel vom 22.11.2011



Süddeutsche Zeitung, Landkreis München - Aus dem Westen was Neues -
Artikel vom 26. Juli 2011



WDR 3 - Radiobeitrag aus der Sendung „Tonart“, vom 17.11.2009

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Klassik.com - Artikel vom 31.10.2009

Erstklassige Zusammenstellung
Kritik zur Wes10brass CD Produktion


Von Tobias Pfleger
Es ist schon eigenartig. Seit einigen Jahren bilden sich aus den Beständen der sogenannten Kulturorchester Formationen, die, vorwiegend mit Bearbeitungen, jenes Publikum erreichen (möchten), das den Sinfoniekonzerten fernbleibt. Wer es in eine Schublade stecken möchte, nennt das Ganze Crossover. Ob nun die zehn Cellisten der Berliner Philharmoniker oder die 26 Oboisten des Schrammelvereins Hinterbreitentiefenweiler – stets verbirgt sich dahinter die Idee, mit ausgefallenen Arrangements zusätzliche Hörerschichten zu erreichen. Von den Verteidigern hehrer Kunst, die die Zauberflöten-Ouvertüre nicht auf 9 Kämmen geblasen hören möchten, wurde in der jüngeren Vergangenheit eine Debatte über die Crossover-Manie der Gegenwart angestoßen (angesichts der mitunter fragwürdigen künstlerischen Resultate durchaus zu recht). Man fragt sich, wieso erst jetzt. Schließlich ist es bei Blechbläser-Ensembles seit Jahrzehnten Usus, mit mal schmissig-kunstvollen, mal virtuosen, Erstaunen heischenden Arrangements das Publikum lustvoll aufzumischen. Aber diese Praxis fand wohl unterhalb der Wahrnehmungsgrenze der Werkreinheitsgebots-Wächter statt.
Neben den international bekannten Blechbläser-Formationen wie Canadian Brass oder German Brass haben sich dutzende Ensembles quer über die Lande gebildet, als Hornquartett, Posaunenquintett oder in gemischter instrumentaler Zusammensetzung, stark variierend in der Ensemblegröße.
Als Zusammenschluss von Blechbläsern verschiedener nordrheinwestfälischer Orchester hat sich das Ensemble wes10brass (sprich: westenbrass) gegründet. Anspielend auf seine lokale Identität und einen Grönemeyer-Text schreibt das Ensemble auf seiner Homepage: „Da, wo die Sonne verstaubt, machen 10 hochkarätige Blechbläser ernst, denn sie haben beschlossen Spaß zu haben.“ Man merkt, bierernst geht es nicht zu bei wes10brass, und das zeigt auch deren erste Einspielung (als SACD) mit dem Titel ‚very british’, erschienen bei dem Label Ars Produktion Schumacher – ein toller Einstand, den man sich schwungvoller, launiger, differenzierter – kurz: musikalisch überzeugender nicht hätte wünschen können.
Denn es vermag hier nicht nur die instrumentale Expertise für sich einzunehmen. Vor allem die Programmzusammenstellung ist erstklassig, gerade wegen der Erschließung vieler bisher kaum ausgetretener Pfade. Unter ‚very british’ hätte man viele Bearbeitungen (Byrd, Purcell, ein bisschen Romantik, Traditionelles, etc.) packen können. Wes10brass aber stellen Musik des 20. Jahrhunderts in den Mittelpunkt, eingerahmt von William Byrds 'The Earl of Oxford’s March’, arrangiert von Elgar Howarth und Edward Elgars wunderschön von Roger Harvey für Blechbläser gesetztes 'Nimrod’ aus den 'Enigma-Variationen’. Dazwischen gibt es fünf Sätze aus dem ursprünglich neunsätzigen 'Divertimento’ von Raymond Eugene Premru, die 'London Miniatures’ von Gordon Langford und nach dem (von einem der Posaunisten, Harry Ries) glänzend arrangierten 'Londonderry Air’ die zwei Sätze von 'A Londoner in New York (Part 2)’ von Jim Parker. Was aber dieser Einspielung die Krone aufsetzt und allein schon ein Grund ist, die exzellente Aufnahme zu erwerben, ist ein ebenso hinreißendes, musikalisch substanzreiches und gleichzeitig abgefahrenes Arrangement des Rocksongs 'Stairway to Heaven’ von Led Zeppelin. Man mag von derlei Übertragungen (aus dem Rock in die Bläsermusik) halten, was man will – diese Fassung von Bruce Collings steckt voller Feuer, Abwechslung, Drive und wunderschön gesetzten Harmonien, die von wes10brass blitzsauber intoniert werden.
Die mehrsätzigen Werke von Premru und Langford erkunden fein ausgehörte Harmonien, stets gewürzt mit jener Dosis Überraschung durch dissonante Farben, die sich selbst nach mehrmaligem Hören nicht abwetzt. Man merkt deutlich, dass die Arrangements bzw. Kompositionen mit hohem Verstand und Klangsinn für Blechbläser geschrieben sind. Es findet sich nicht nur strahlender Trompetenglanz, sondern auch kräftige Läufe in der Tuba, von den augenzwinkernden Posaunen-Glissandi ganz zu schweigen. Zweifellos sind diese Werke keine Effektmusik, die ihr Ziel allein darin erreichte, sich möglichst wirkungsvoll mit Knallern in Szene zu setzen. Natürlich gibt es von denen auch einige, etwa in den zwei Sätzen von Jim Parkers 'A Londoner in New York’. (Und wes10brass hat genügend musikalischen Feinsinn, die Musik schmunzeln zu lassen.) Aber vor allem die Stücke von Premru und Langford unterfüttern die mal launige, mal melancholisch-dunkel getönte Oberfläche mit musikalischer Substanz; von Led Zeppelins Meisterwerk 'Stairway to Heaven' ganz zu schweigen, das sowohl durch zündende Dramaturgie und reizvolle Harmonik besticht.
Für dieses Programm gilt wes10brass hohe Anerkennung. Mindestens ebenso sehr aber für die musikalische Umsetzung dieser kurzweiligen Zusammenstellung. Vor allem die Balance zwischen den Stimmen ist durchgehend hervorragend gestaltet, auch die klangfarbliche Abstimmung, changierend zwischen homogener Rundung und kontrastierender Abgrenzung, um den instrumentalen Satz trennscharf hörbar werden zu lassen. Dass diese höchst unterhaltsame Musik mit viel Schwung, Witz, kantablem Legato, Nonchalance und dynamischer Feinabstimmung gespielt wird, braucht nach dem Gesagten nicht hervorgehoben zu werden.
Auch die klangliche Umsetzung lässt keine Wünsche offen. Die natürliche Raumakustik verhilft dem Sound zur nötigen Klangentfaltung, ohne hallig zu werden. Mit dieser Einstands-Aufnahme gelingt wes10brass ein Start, der vollauf überzeugt – und hohe Erwartungen an die Nachfolge-CD schürt.




Süddeutsche Zeitung, Landkreis München - Artikel vom 14.07.2009 

Edles Blech
Ensemble Wes10brass im Schäftlarner Prälatenstadl

Von YVONNE POPPEK
... zeigte sich unmissverständlich, dass das mit dem Pathos nicht stimmen  kann. Hatten die zehn Blechbläser von Wes10brass zuvor noch die  Hektik am Trafalgar Square eingefangen, hatten Paraden vorbeiziehen,  ...

.... den vollständigen Artikel gibt es hier zum download:
http://archiv.sueddeutsche.apa.at/sueddz/index.php?id=A45508984_OGTPPGWPPTPCORGRRWPSGEOOGRSSPHTHR




Solinger Tageblatt - Artikel vom 18.06.2009 
 
Ausflug auf britische Inseln
Typisch Englisches brachte Bläserensemble Wes10brass.

 
Von Klaus Günther
Wenn sich Blechbläser zusammentun, kommt meist ein Blasorchester dabei heraus. Wenn es sich aber um Musiker handelt, die an führender Position bei Orchestern in Wuppertal und Hagen, beim WDR-Sinfonieorchester und bei den Bergischen Symphonikern tätig sind, entsteht ein Ensemble wie „Wes10brass“.
Unter der Leitung von Michael Forster spielen seit 2008 vier Trompeter, vier Posaunisten und ein Hornist Musik der verschiedensten Richtungen. Für die ganz tiefen Töne haben sie noch Hide Takahashi dabei, der mit seiner Tuba in fast allen westdeutschen Orchestern zu Gast ist. Musik der britischen Inseln spielte das Ensemble im 5. Kammerkonzert, ein Programm, das über hundert Besucher in den verkleinerten Konzertsaal lockte. Die zehn Bläser begannen höchst feierlich mit „The Earl of Oxford’s March“. Der Komponist, William Byrd, war Hoforganist bei Königin Elisabeth der Ersten. Im weiteren Verlauf des Abends gab es Unterhaltsames von Bläserkollegen.
Ein Divertimento von Raymond Premru erzählte von alten Sagen, von Rittern und Burgen. Dazwischen schilderten die gestopften Trompeten einen Ausflug zum Genfer See. Chris Hazel beschrieb musikalisch seine Katzen, von denen eine - Choralanklänge machten es deutlich - wohl besonders lieb und fromm war.
Nach der Pause wurden die Zuhörer auf eine Sightseeing-Tour durch London eingeladen. Am Trafalgar Square erinnerte ein Shanty an den großen Seehelden Nelson. Die Parade der berittenen Garde war auch musikalisch ein Event. Nach der bekannten „Londonderry Air“, einem wahren Ohrwurm, gab es noch eine Spritztour nach New York. Insgesamt ein spritziger Abend zum Ausklang der Konzertsaison.
 



Remscheider Generalanzeiger - Artikel vom: 16.06.2009

Kammerkonzert mit Sinfonischem Bläserensemble

Von Frank Becker
Das Zitat stammt aus der Fußballwelt, Sepp Herberger und Sammy Drechsel haben das Motto von Richard Girulatis unsterblich gemacht: "Elf Freunde müsst ihr sein!"
Wie maßgeschneidert traf es auf die zehn Bläser von "Wes10brass" und ihren Dirigenten Michael Forster zu, die beim 5. Kammerkonzert im Teo Otto Theater mit traumhaft schönen Harmonien verzauberten.
Vier Trompeten, vier Posaunen, eine Tuba und ein Horn vermögen so vergnüglich wie auch klangvoll zu musizieren, dass wie bei den hier aufgeführten Werken von fünf englischen Komponisten wohl niemand die Streicher oder eine Rhythmusgruppe vermisst hat. Eine strahlende Fanfare stimmte das Publikum ein, das deutlich angetan dem von Michael Forster launig kommentierten bunten Bilderbogen aus Kompositionen englischer Komponisten folgte.
Die folgenden fünf Szenen in der vielschichtigen Musiksprache von Raymond Premru, mal sanft gedämpft, dann episch weit, aber auch Jazz-harmonisch mit scharfen Riffs im "Blues March" bedienen nicht nur das Ohr, auch das Sentiment. Chris Hazells drei Charakter-Studien aus "Four Brass Cats" - vertonte Schmusekatzen - trafen danach den angedeutete Begriff "Filmmusik" auf den Punkt. Die butterweichen Harmonien lassen bei geschlossenen Augen Bilder langer Kamerafahrten entstehen, die Musik könnte auch von Henry Mancini, Jim Webb oder Michel Legrand stammen. Auch motivisch hat sich Hazell bedient: Versatzstücke von Leroy Anderson und John Philip Sousa sind unüberhörbar.
Mit Schmelz und Swing Ganz ähnlich verhält es sich mit Gordon Langfords "London Miniatures", die Londoner Ansichten hörbar machen, indem sie sich wie ein akustischer Leporello entfalten. Besonders in "Green Park" spielt Langford gekonnt effektvoll und delikat auf der ganzen Klaviatur der Notensprache - dass dabei auch ein Hauch George Gershwin zu Worte kommt, ist durchaus legitim. John Ivesons Klassiker "Londonderry Air", hier mal mit viel Schmelz und Swing arrangiert, präsentierte Harry Ries als Solisten.
Zum Abschluss hatten die "Wes10brass" gekonnt synkopierte musikalische Scherze mit dem Central Park und der Radio City aus Jim Parkers "A Londoner In New York" auf dem Programm. Zugabe? Na klar: Es gab noch einmal die Katze "Kraken" von Chris Hazell. Ein köstlicher Vormittag.